Wie ist das mit der Wolle und dem Wetter? Wann werden die Schafe ursprünglicher Rassen geschoren?

Was ist besonders an der Ouessantwolle?
Unsere Ouessantschafe zählen zu den ursprünglichen Schafrassen. Ihre Wolle (Mischwollvlies) besteht aus der feineren Unterwolle und dem gröberen Oberwolle sowie Deckhaar. Die Wolle ist sehr fettig (Lanolin – Wollfett) und schwer, durch die lange Fasern lässt sie sich von uns gut mit der Handspindel verspinnen.
Die Schafwolle hält nicht nur warm im Winter sondern schützt auch vor Regen und isoliert gegen Hitze.
Wie werden die Tiere geschoren?
Einmal im Jahr werden unsere Tiere geschoren. Hier achten wir auf eine schonende Schur mit der Handschurschere. Damit wir das für die Tiere so stressfrei wie möglich gestalten können, haben wir die Handschur sowie die Maschinenschur von Profis erlernt. Der Umgang mit den Tieren bei der Handschur hat uns hier am Besten gefallen. Auch bei der größten Sorgfalt können (durch plötzliches Zappeln, etc.) kleine Verletzungen bei der Schur auftreten, wir versorgen die Schafe sogleich und stehen im Kontakt mit dem Tierarzt.
Wann werden die Tiere geschoren?
Schafe beginnen im Frühjahr/ Frühsommer ihre Wolle zu schieben. Das bedeutet die neue Wolle wächst nach und schiebt die alte Wolle. Hier entsteht eine Schurkante an der entlang die Handschere schneidet. Anders als bei der Maschinenschur bleibt hier der neue Wollanteil stehen, der die Tiere vor Sonnebrand schützt. Wenn sich diese „Schurkante“ gebildet hat kann geschoren werden. Hilfreich hierfür ist, dass die Schafe vorher einige Male „geschwitzt haben“. dadurch wird das Wollfett flüssiger und das Scheren ist für alle beteiligten angenehmer. Ein wichtiger Zeitfaktor ist die „Schafskälte“ (4.-20. Juni), erst wenn diese Phase im Jahr, in der es oft kälter wird, vorrüber ist, kann das Schaf auf seine Wolle verzichten. Zu spät sollte man auch nicht scheren, damit das stets draußen lebende Ouessantschaf seine Winterwolle wieder rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit aufbauen kann.