Kyno-Pädagogik

Aktion Hund bietet im Bereich der hundegestützten Pädagogik (Kynopädagogik) unterschiedliche Interventionen an.

Die Kynopädagogik ist ein Fachbereich der
Tiergestützten Intervention.

Die tiergestützte Pädagogik unterstützt den Lern- oder Bildungsprozess durch gezielten Tiereinsatz während des pädagogischen Handelns. Die Interaktion mit dem Tier oder dessen bloße Anwesenheit erleichtert den pädagogischen Bildungsprozess.

Aktuelle Informationen zu interessanten Veranstaltungen rund um das Kynologische und kynopädagogische Angebot von AktionHund finden sie bei Aktuelles:

 

Erwähnung in den Bildungs- und Erziehungsplänen

Im „Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0-10 Jahren“ (BEP) wird darauf aufmerksam gemacht, dass Umweltbildung und -erziehung durch die Wandlung in der Gesellschaft, Verstädterung und der globalen ökologischen Situation für Kinder wichtig ist. Kinder sollen lernen, ihre Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren und sie als unersetzlich und verletzbar wahrzunehmen.

Der „Bayrische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung“ benennt den Umgang mit Tieren und die Heranführung daran durch die Kindertagesstätte (Kita) als erwünscht. Auch gibt es eigens zu diesem Thema ein Werkbuch.

Bildungs- und Erziehungsziele der hundegestützten Angebote von Aktion Hund!

Der Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen unterscheidet zwischen verschiedenen Basiskompetenzen. Die Bildungs- und Erziehungsziele von Aktion Hund! finden sich in diesen wieder.

 

 

Die hier aufgeführten Ziele betreffen die Grundidee der hundegestützten Pädagogik. Durch pädagogische Mittel erreichbare Zusatzziele werden hier nicht aufgeführt.

Individuums bezogene Kompetenzen

  • Steigerung der Impulskontrolle
  • Motivation zur Bewegung und Förderung der Bewegungskompetenz
  • Motivation zu Unternehmungen in der Natur
  • Einfühlungsvermögen in das Lebewesen Hund (Empathie)
  • Positive Veränderung des eigenen Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls
  • Selbstwirksamkeit erleben
  • Umgang mit eigenen und fremden Gefühlen lernen  

Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastung: Resilienz

  • Förderung der Bereitschaft sich auf Neues einzulassen
  • Psychosoziale gesunde Entwicklung fördern
  • Förderung prosozialen Verhaltens und sozialemotionaler Kompetenz

Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext

  • Verantwortungsgefühl entwickeln
  • Respekt und Rücksichtnahme üben
  • Förderung sozialer Interaktionen
  • Kooperationsbereitschaft ausbauen
  • Positive Einstellung gegenüber dem Lebewesen Hund entwickeln

Lernen und Lernmethodische Kompetenzen

  • Verbesserung der Konzentration
  • Steigerung der Lernmotivation und der Aufmerksamkeit
  • Wissen über die Kommunikation zwischen Hund und Mensch erwerben
  • Adäquater Umgang mit Hunden lernen und umsetzen (Bissprävention)

Erläuterung
Durch die Unsicherheit von Bezugspersonen und dem Wunsch, das Kind vor möglichen Gefahren zu schützen, werden Kinder oft vor Hunden gewarnt. Dies ruft Ängste hervor. Das Programm Aktion Hund! gibt Kindern die Möglichkeit, eigene Gefühle zu Hunden wahrzunehmen und zu entwickeln. Es entsteht eine Vertrautheit gegenüber dem Hund.

Die Kinder erfahren, dass ein Hund ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen ist. Dies setzt Empathie Vermögen voraus, um die Grundbedürfnisse des Hundes (Fressen, Schlafen, Beschäftigung, Kontakte) zu erkennen. Die Kinder lernen einen respektvollen Umgang und geben dem Wohlbefinden des Hundes einen hohen Stellenwert. Das Verständnis für den Hund und seine Bedürfnisse geht einher mit der Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen und führt zur Rücksichtnahme.

Die Kinder lernen, die Körpersprache eines Hundes zu deuten und selbstsicher damit umzugehen. Sie können zwischen Stimmungen des Hundes unterscheiden und zeigen auch den nötigen Respekt vor dem Lebewesen Hund, dessen Reaktion nicht immer vorhersehbar ist. Nebenbei beschäftigen sie sich mit dem Kommunikationsmittel der Körpersprache. Dieses Wissen können sie auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen. Dies ist ein wichtiger Schritt im Umgang mit Kindern verschiedener Muttersprachen.

Es ist sinnvoll, dass Kinder lernen Hundebegegnungen auch alleine zu bewältigen. Kinder begegnen Hunden auf dem Schul- oder Kitaweg, auf Ausflügen in die Natur, die Stadt, am Gartenzaun usw. Nicht alle Hunde sind dabei angeleint oder in Begleitung ihres Besitzers. Die Kinder lernen, nicht jeden Hund zu streicheln, haben Wissen an der Hand, den Hund zu „lesen“ und können ihm körpersprachlich vermitteln, dass von ihnen selbst keine Gefahr ausgeht.

Kinder möchten meist von sich aus mit dem Hund umgehen, spielen und lernen. Sie benötigen Raum und Zeit zum Ausprobieren. Ebenso sind Erwachsene wichtig, welche ratend, motivierend, Sicherheit gebend sowie unterstützend zur Seite stehen. Die Kinder werden durch erlangtes Wissen sowie Beobachtungen selbstsicherer. Erste kleine Erfahrungen des Streichelns oder Fütterns werden gemacht. Nach und nach probieren sie mehr Möglichkeiten der Kontaktaufnahme aus und gewinnen Zuversicht in die Interaktion mit dem Hund. Wenn ein Hund auf ein Kind zugeht, bedeutet dies für das Kind eine große Auszeichnung. Zuneigung und Akzeptanz sowie Belohnung für richtiges Verhalten werden ausgedrückt. Daran wächst das Kind und ist stolz darauf. Das Kind selbst steuert durch sein Verhalten die Reaktion des Hundes. Es übt sich in seinen emotional-sozialen Fähigkeiten.

Hunde sind aktive, lauffreudige Tiere, welche sich gern in der Natur bewegen. Dadurch werden Kinder eingeladen und motiviert, sich selbst auch mehr zu bewegen. Freude an gemeinsamer Bewegung entsteht. Die Bewältigung gemeinsamer Bewegungsaufgaben spricht das Verantwortungsgefühl der Kinder gegenüber den Bedürfnissen des Hundes an. Verschiedene an die Entwicklung der Kinder angepasste Bewegungsaufgaben in Intervention mit dem Hund fördern die Bewegungskompetenz der Kinder. Impulskontrolle, Kooperationsfähigkeit sowie Selbstreflexion werden geübt.